Stehen Zahnimplantate einer MRT-Untersuchung im Wege?
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WhatsAppDie Magnetresonanztomographie (MRT / Kernspintomographie) ist ein bildgebendes Schnittbildverfahren, das starke Magnetfelder und Radiowellen nutzt, um Weichgewebe, das Gehirn, die Wirbelsäule und innere Organe detailliert darzustellen. MRT-Geräte arbeiten in der klinischen Praxis meist mit Feldstärken von 1,5 Tesla oder 3 Tesla. Wegen dieser starken Magnetwirkung müssen Patienten vor der Untersuchung alle metallischen Gegenstände wie Uhren, Schmuck und Gürtel ablegen.
An dieser Stelle fragen sich viele Patienten zu Recht, welche Sicherheitsaspekte bei einem Zahnimplantat-MRT zu beachten sind. Alle Details zur Wirkung des Magnetfelds auf Implantate und wichtige Hinweise zur Untersuchung erfahren Sie im weiteren Verlauf unseres Ratgebers.
Inhaltsverzeichnis
- Dürfen Personen mit Zahnimplantaten ins MRT?
- Warum Zahnimplantate für das MRT sicher sind: Materialkunde
- Erwärmen sich Zahnimplantate im MRT oder können sie sich lockern?
- Führen Zahnimplantate zu Bildstörungen?
- Vergleichstabelle: Zahnärztliche Werkstoffe im MRT
- Hinweise für Patienten vor der MRT-Untersuchung
- Häufig Gestellte Fragen
Dürfen Personen mit Zahnimplantaten ins MRT?
Die radiologische und medizinische Antwort auf darf eine person mit implantat ins mrt lautet: Ja, Patienten mit Zahnimplantaten können sich jederzeit sicher im MRT untersuchen lassen.
Zahnimplantate stellen kein Hindernis für kernspintomographische Untersuchungen dar. Weder bei Kopf- oder Gehirn-MRTs noch bei Untersuchungen von Wirbelsäule, Bauchraum oder Gelenken besteht eine Gefahr für den Körper.
Warum Zahnimplantate für das MRT sicher sind: Materialkunde

Die Antwort auf die Frage ist ein zahnimplantat ein hindernis für ein mrt liegt in den physikalischen Eigenschaften der Metalle:
- Ferromagnetische Metalle (Magnetisch): Eisen, Nickel und Kobalt werden von starken Magnetfeldern angezogen. Diese Metalle können sich im MRT-Gerät bewegen oder erwärmen.
- Nicht-ferromagnetische Metalle (Unmagnetisch): Titan und Zirkonoxid (Keramik) reagieren nicht auf statische Magnetfelder.
Moderne Zahnimplantate bestehen aus Reintitan (Grade 4), Titanlegierungen (Grade 5) oder vollkeramischem Zirkonoxid. Da diese Werkstoffe unmagnetisch sind, üben 1,5-Tesla- und 3-Tesla-MRT-Geräte keinerlei mechanische Anziehungskräfte auf das Implantat aus.
Erwärmen sich Zahnimplantate im MRT oder können sie sich lockern?
Zwei häufige Patientenbedenken lassen sich wissenschaftlich entkräften:
- Lockerung oder Herausziehen des Implantats: Ein Zahnimplantat ist durch Osseointegration fest mit dem Kieferknochen verwachsen. Da Titan unmagnetisch ist, entstehen keine Kräfte, die das Implantat bewegen oder lockern könnten.
- Erwärmungsrisiko: Hochfrequenzwellen während der Messung können theoretisch Ströme in Metallen anregen. Aufgrund der geringen Größe von Zahnimplantaten und der Kühlung durch die Knochendurchblutung bleibt eine Erwärmung bei 3-Tesla-Geräten unter 0,5 Grad Celsius, was für biologisches Gewebe unbedenklich ist.
Führen Zahnimplantate zu Bildstörungen?
Ein Zahnimplantat schadet dem Körper nicht, kann jedoch lokale Bildartefakte (Signalverluste) verursachen:
- Untersuchungen im Kopf- und Kieferbereich: Befindet sich das Implantat im unmittelbaren Aufnahmebereich (z. B. bei Kiefer- oder Zungenscans), kann um das Implantat ein dunkler Schatten von wenigen Millimetern entstehen.
- Untersuchungen anderer Körperregionen: MRT-Scans von Knie, Wirbelsäule, Herz oder Bauchraum werden durch Zahnimplantate nicht beeinflusst.
- Maßnahmen: Weisen Sie das Personal auf Ihre Implantate hin. Der Radiologe kann spezielle Sequenzen (z. B. MARS-Sequenzen) anwenden, um Bildverzerrungen auszugleichen.
Vergleichstabelle: Zahnärztliche Werkstoffe im MRT
|
Dentalwerkstoff |
Materialzusammensetzung |
Magnetische Anziehung / Lockerung |
Erwärmungsrisiko |
Artefaktpotenzial im Bild |
|
Titan-Zahnimplantat |
Reintitan (Grade 4/5) |
Keine Anziehung (MRT-sicher) |
Keine / Minimal |
Gering (Nur am Implantatrand) |
|
Zirkonoxid-Implantat |
Vollkeramik (Zirkonoxid) |
Keine Anziehung (Vollständig sicher) |
Keine |
Keine Artefakte (Optimales Bild) |
|
Metallkeramikkronen |
Nichtedelmetall (Ni-Cr / Co-Cr) |
Minimal / Sicher |
Gering |
Mäßige lokale Schattenbildung |
|
Amalgamfüllung |
Quecksilber-Silber-Legierung |
Sicher |
Keine |
Kleiner lokaler Schatten |
|
Kompositfüllung |
Kunststoff-Kieselsäure-Matrix |
Vollständig sicher |
Keine |
Keine Artefakte |
Hinweise für Patienten vor der MRT-Untersuchung

- Personal informieren: Teilen Sie dem Radiologen oder dem MRT-Assistenten mit, dass Sie Zahnimplantate aus Titan oder Keramik tragen.
- Herausnehmbaren Zahnersatz ablegen: Wenn Sie implantatgetragenen, herausnehmbaren Zahnersatz (z. B. mit Druckknöpfen oder Stegen) tragen, nehmen Sie diesen vor der Untersuchung heraus. Die im Knochen verankerten Implantate verbleiben im Mund.
- Implantatpass mitführen: Bei Bedarf können Sie Ihren Implantatpass mitnehmen, um die genauen Materialdaten vorzulegen.
Häufig Gestellte Fragen
Darf man direkt am Tag nach einer Implantat-OP ins MRT?
Ja. Da Titan unmagnetisch ist, übt das Magnetfeld keine Zugkräfte auf die frische Wunde oder die Nähte aus. Eine dringende MRT-Diagnostik kann auch unmittelbar nach dem Eingriff sicher erfolgen.
Sind 3-Tesla-MRT-Geräte für Zahnimplantate sicher?
Ja. Auch bei modernen 3-Tesla-Systemen verhalten sich Titan und Keramikimplantate inert. Internationale Prüfungen stufen zahnärztliche Implantate als „MR-Safe“ ein.
Können Kronen aus Keramik oder Zirkon durch MRT-Strahlen brechen?
Nein. Die Magnetfelder und Radiowellen üben keine mechanischen Belastungen auf Keramik, Zirkon oder Porzellan aus.
Lösen Zahnimplantate Fehlalarme am MRT-Gerät aus?
Nein. Kleine intraorale Titanimplantate beeinträchtigen die Elektronik des Kernspintomographen nicht und lösen keine technischen Alarme aus.

