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Durch Verfestigung von Mineralsalzen entstandene Speichelsteine werden bei Speichelstau durch Anregung des Speichelflusses, minimal-invasive Sialendoskopie oder schonende operative Steinentfernung therapiert.

Was ist ein Speichelstein? Symptome und Behandlungsmethoden

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Um die Verdauung im Mund zu starten, Zähne vor kariesfördernden Säuren zu schützen und das Schlucken zu erleichtern, bildet der menschliche Körper täglich etwa einen bis eineinhalb Liter Speichel. Diese Flüssigkeit wird von drei paarig angelegten großen Speicheldrüsen (Ohrspeicheldrüse, Unterkieferspeicheldrüse und Unterzungendrüse) sowie zahlreichen kleinen Schleimhautdrüsen gebildet. Über Ausführungsgänge wird das Sekret in die Mundhöhle geleitet. Bei Flüssigkeitsmangel, verändertem Speichel-pH-Wert oder verlangsamtem Speichelfluss können Mineralsalze (Calciumphosphat und Calciumcarbonat) kristallisieren. Dieser Zustand wird medizinisch als Sialolithiasis oder allgemein als Speichelstein bezeichnet.

Wenn der Kieferwinkel oder der Mundboden bei der Nahrungsaufnahme schlagartig anschwillt und drückende Schmerzen bereitet, sind Betroffene verunsichert.

Was ist ein Speichelstein?

In der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bezeichnet der Begriff Speichelstein ein mineralisiertes Konkrement im Gangsystem oder im Drüsenkörper, das durch schichtweise Ablagerung von Calciumsalzen um einen organischen Kern (Zellreste oder Schleimpfröpfe) entsteht.

Die Steine können von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern groß werden. Blockiert das Konkrement den Ausführungsgang, staut sich der Speichel; der entstehende Überdruck dehnt die Drüsenkapsel und erzeugt Schwellungen. Über achtzig Prozent aller Steine entstehen in der Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis / Wharton-Gang), da ihr Gang aufsteigend verläuft und der Speichel besonders reich an Calcium und Muzinen ist.

Ursachen eines Speichelsteins: Risikofaktoren

Die klinischen Ursachen eines Speichelsteins beruhen auf verschiedenen Faktoren:

  1. Chronischer Flüssigkeitsmangel (Dehydratation): Zu geringes Trinken dickt den Speichel ein und begünstigt das Ausfällen von Mineralsalzen.
  2. Speichelstau (Stase): Verweilt das Sekret zu lange im Gang, lagern sich Mineralien an Schleimpfropfen ab.
  3. Anatomischer Gangverlauf: Der Wharton-Gang verläuft aufsteigend gegen die Schwerkraft, was den Abtransport verlangsamt.
  4. Medikamenteneinflüsse: Entwässerungstabletten (Diuretika), Blutdrucksenker, Antidepressiva und Antihistaminika mindern den Speichelfluss.
  5. Schleimhautverletzungen: Mechanische Reizungen der Gangmündung können zu narbigen Verengungen führen.
  6. Stoffwechselstörungen: Ein veränderter Calciumstoffwechsel oder erhöhte Harnsäurewerte bei Gicht können Steinbildungen begünstigen.

Speichelstein Symptome: Typische Beschwerden

Die klassischen Speichelstein Symptome treten vor allem im Zusammenhang mit Mahlzeiten auf:

  • Schwellung beim Essen: Beim Anblick oder Kauen von Speisen regen Nervenreize die Speichelbildung an. Kann das Sekret wegen des Steins nicht abfließen, staut es sich; der Kiefer schwillt rasch schmerzhaft an.
  • Rückgang der Schwellung nach der Mahlzeit: Ein bis zwei Stunden nach dem Essen nimmt die Speichelproduktion ab, geringe Mengen sickern am Stein vorbei und die Schwellung bildet sich langsam zurück.
  • Ausstrahlende Schmerzen: Der Kapseldehnung erzeugt Schmerzen, die in Ohr, Wange und Unterkiefer ausstrahlen.
  • Unterzungenspeichelstein Befund: Eine harte, gelblich-weiße Erhebung unter der Zunge am Mundboden, die bei Zungenbewegungen tastbar ist.
  • Eitriger Geschmack (Sialadenitis): Nisten sich Bakterien im gestauten Gang ein, kann salzig-bitterer Eiter austreten, oft begleitet von Mundgeruch.

Geht ein Speichelstein von alleine weg?

Auf die Frage geht ein Speichelstein von alleine weg gilt klinisch:

  • Möglicher spontaner Abgang: Steine unter drei Millimetern Durchmesser nahe der Gangöffnung können bei gutem Speichelfluss spontan in die Mundhöhle ausgespült werden.
  • Kein Spontanabgang: Steine ab vier bis fünf Millimetern Größe oder Steine im Drüsenkörper verkanten sich im Gang und bedürfen zahnärztlicher oder chirurgischer Entfernung.

Speichelstein auflösen Methoden: Hausmittel & Speichelanregung

Bei kleinen Steinen zielen Speichelstein auflösen Methoden und die Frage wie geht ein Speichelstein weg auf konservative Maßnahmen ab:

  • Ausreichend Trinken: Mindestens zwei bis drei Liter Wasser täglich trinken, um das Sekret zu verdünnen.
  • Sialogoga (Speicheltreibende Mittel): Das Lutschen von Zitronenscheiben, zuckerfreien sauren Bonbons oder Kaugummikauen regt den Speichelfluss an und kann kleine Steine herausdrücken.
  • Wärme und Ausstreichmassage: Feuchtwarme Umschläge entspannen das Gewebe; anschließendes vorsichtiges Ausstreichen entlang des Unterkiefers nach vorne unterstützt den Abtransport.

Speichelstein Behandlung: Methoden zur Steinentfernung

Bleibt der Speichelweg blockiert, stehen für die Speichelstein Behandlung und die Frage wie wird ein Speichelstein entfernt moderne Verfahren bereit:

1. Speichelstein Behandlung ohne OP (Sialendoskopie)

Die Sialendoskopie gilt heute als Goldstandard:

  • Ein Miniatur-Endoskop mit Kamera wird schonend ohne Schnitt in den Ausführungsgang eingeführt.
  • Der Stein wird im Gang lokalisiert.
  • Mit feinen Körbchen (Dormia-Körbchen) oder Mikrozangen wird der Stein gegriffen und herausgezogen.
  • Größere Steine werden vorab mittels Laser oder pneumatischem Lithotripter im Gang zerkleinert.
  • Die Drüse bleibt erhalten, Schnitte entfallen und der Patient kann die Praxis meist am selben Tag verlassen.

2. Schlitzung des Gangs (Papillotomie)

Liegt der Stein tastbar nahe der Mündung unter der Zunge, reicht ein minimaler Schnitt unter örtlicher Betäubung, um ihn mit einer Zange zu bergen.

3. Speichelstein Operation (Drüsenentfernung / Exstirpation)

Sitzt der Stein tief im Gewebe, ist er sehr groß oder ist die Drüse chronisch vernarbt, ist eine Speichelstein Operation angezeigt:

  • Über einen kleinen Schnitt am Hals wird die betroffene Unterkieferspeicheldrüse in Vollnarkose entfernt.
  • Die restlichen Speicheldrüsen kompensieren die Funktion, sodass keine dauerhafte Mundtrockenheit entsteht.

Vergleichstabelle: Behandlungsverfahren bei Sialolithiasis

Therapieverfahren

Steingröße und Lage

Schnitt / Narkose

Erholungszeit

Drüsenerhalt

Konservativ / Massage

Unter 3 mm, mündungsnah

Kein Schnitt / Ohne

1 bis 3 Tage

Vollständig erhalten

Sialendoskopie (Mini-Kamera)

4 bis 8 mm, im Gang

Kein Schnitt / Lokal oder Sedierung

Am selben Tag mobil

Vollständig erhalten

Mundboden-Schlitzung

Direkt unter der Zunge

Minimaler Schleimhautschnitt / Lokal

2 bis 4 Tage

Vollständig erhalten

Operative Drüsenentfernung

Tief im Drüsenparenchym

Kleiner Halsschnitt / Vollnarkose

7 bis 10 Tage

Drüse wird entfernt

Häufig Gestellte Fragen

Kann ein Speichelstein zu Krebs werden?

Nein. Ein Speichelstein ist eine rein mechanische Verkalkung aus Mineralsalzen und Eiweißkörpern. Er besitzt kein bösartiges Entartungspotenzial. Unbehandelt kann er jedoch chronische bakterielle Entzündungen hervorrufen.

Besteht bei der Operation die Gefahr einer Gesichtslähmung?

Durch die Ohrspeicheldrüse verläuft der Gesichtsnerv (Nervus facialis), während an der Unterkieferspeicheldrüse ein Ast für den Mundwinkel vorbeizieht. Bei Eingriffen durch erfahrene Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen mit Neuromonitoring ist das Risiko einer bleibenden Nervenschädigung sehr gering.

Was passiert, wenn ein Speichelstein nicht behandelt wird?

Der anhaltende Sekretstau begünstigt bakterielle Infektionen, die zu Abszessen im Halsbereich führen können. Das Drüsengewebe geht im Laufe der Zeit durch die chronische Entzündung zugrunde und vernarbt dauerhaft.

Kann Zitronensaft einen Speichelstein auflösen?

Nein. Die Säure kann die mineralisierte Verkalkung nicht chemisch zersetzen. Die Wirkung beruht allein darauf, dass der saure Reiz die Speichelproduktion stark anregt, sodass der Flüssigkeitsdruck kleine Steine ausschwemmen kann.

Über den Autor

Koray Özer
Koray Özer 2002 yılında başladığım İstanbul Üniversitesi Diş Hekimliği Fakültesinden 2007 yılında mezun oldum. 2009-2014 yılları arasında Cumhuriyet Üniversitesi Diş Hekimliği Fakültesinde Ağız, Diş, Çene Cerrahisi ve İmplantoloji bölümünde ihtisas yaptım. 2009 yılından beri özellikle dental implantoloji konusunda bilimsel ve klinik çalışmalarımı sürdürmekteyim. Alle Beiträge dieses Autors

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