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Durch die Remineralisierung des Zahnschmelzes und die Bildung von Fluorapatit schützt die professionelle Fluoridbehandlung wirksam vor Säureangriffen und stoppt Initialkaries.

Was ist eine Fluoridbehandlung? Ablauf, Kariesprävention und Kosten

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Bakterien im Zahnbelag spalten Kohlenhydrate aus der Nahrung und produzieren Milchsäure. Diese Säure löst Kalzium und Phosphatmineralien aus dem Hydroxylapatit des Zahnschmelzes (Demineralisation). Kann der Speichel diesen Säureangriff nicht neutralisieren, entstehen zunächst weiße Entkalkungsflecken (Initialkaries), die ohne Gegenmaßnahmen zu irreversiblen Karieslöchern führen.

In der präventiven Zahnheilkunde gilt die professionelle Fluoridbehandlung als wirksamste Methode zur Härtung des Zahnschmelzes. Hochkonzentrierte medizinische Fluoridlacke und -gele lagern Fluoridionen in den Zahnschmelz ein und wandeln ihn in säureresistenten Fluorapatit um. Dadurch wird nicht nur Karies verhindert, sondern eine beginnende fluoridbehandlung gegen karies kann Initialläsionen ohne Bohren remineralisieren.

Was ist eine Fluoridbehandlung?

In der Zahnmedizin lautet die Definition für was ist eine fluoridbehandlung: Das gezielte Auftragen von hochkonzentrierten Fluoridverbindungen (Lack, Gel oder Schaum) auf die Zahnoberflächen durch den Zahnarzt zur Schmelzhärtung, Remineralisierung und Hemmung des bakteriellen Säurestoffwechsels.

Welche Reaktionen bewirkt eine zahn fluoridbehandlung?

  1. Bildung von Fluorapatit: Das Hydroxylapatit des Schmelzes (Ca10 (PO4)6(OH)2) wird durch Fluoridionen zu Calciumfluorapatit (Ca10 (PO4)6F2) umgebaut. Fluorapatit widersteht Säureangriffen bis zu einem kritischen pH-Wert von 4,5 (im Vergleich zu pH 5,5 bei natürlichem Schmelz).
  2. Remineralisation: Fördert die Wiedereinlagerung von Kalzium und Phosphat-Ionen aus dem Speichel in geschwächte Schmelzschichten.
  3. Hemmung von Bakterienenzymen: Fluorid blockiert das Enzym Enolase in Streptococcus mutans, wodurch die bakterielle Säureproduktion gehemmt wird.

Wie wird eine Fluoridbehandlung gemacht? Ablauf in der Praxis

Die Antwort auf wie wird eine fluoridbehandlung gemacht gliedert sich in vier schmerzfreie Schritte ohne Betäubung:

  1. Zahnreinigung (Politur): Beläge werden mit rotierenden Bürstchen sanft entfernt, damit das Fluorid die Schmelzporen erreicht.
  2. Trocknung & relative Trockenlegung: Watterollen halten Speichel fern; die Zahnoberflächen werden leicht getrocknet.
  3. Auftragen des Fluorids:
    • Fluoridlack (Standardmethode): Ein hochkonzentrierter Fluoridlack (z. B. 5 % Natriumfluorid) wird mit einem Pinselchen dünn aufgetragen. Er härtet bei Speichelkontakt sofort aus.
    • Gelschiene: Ein Fluoridgel wird in Silikonträger gefüllt und für 1 bis 4 Minuten auf die Zähne gesetzt.
  4. Absaugen & Hinweise: Überschüssiges Gel wird abgesaugt. Nach dem Lackauftrag kann der Mund sofort geschlossen werden; kein Ausspülen mit Wasser.

Fluoridbehandlung bei Karies: Grenzen und Möglichkeiten

Die Möglichkeiten einer fluoridbehandlung bei karies und fluoridbehandlung gegen karies hängen vom Kariesstadium ab:

  • Initialkaries (Kreideflecken - 100 % heilbar): Oberflächliche Schmelzentkalkungen ohne Lochbildung können durch Fluoridlacke vollständig remineralisiert und ohne Bohren gestoppt werden.
  • Kavitierte Karies (Karieslöcher): Ist bereits ein Loch im Zahn vorhanden, kann Fluorid den Defekt nicht schließen. Es verlangsamt jedoch das Fortschreiten zum Nerv, bis eine Füllung gelegt wird.
  • Silberdiaminfluorid (SDF): Bei Kleinkindern wird SDF eingesetzt, um Karieslöcher ohne Bohren schlagartig zu arretieren.

Für wen ist eine Fluoridbehandlung geeignet?

  • Kinder und Jugendliche (ab 6 Monaten bis 16 Jahre): Vom ersten Milchzahn bis zum Durchbruch aller bleibenden Zähne alle 6 Monate empfohlen.
  • Träger von festen Zahnspangen: Schützt vor Entkalkungsringen um die Brackets.
  • Patienten mit freiliegenden Zahnhälsen: Schützt das weichere Wurzelzement vor Wurzelkaries.
  • Personen mit Mundtrockenheit: Gleicht den fehlenden Speichelschutz bei vermindertem Speichelfluss aus.
  • Patienten mit empfindlichen Zähnen: Verschließt offene Dentinkanälchen und stoppt Heiß-Kalt-Empfindlichkeiten.

Verhaltensregeln nach der Fluoridbehandlung

Damit das Fluorid optimal in den Schmelz diffundiert, beachten Sie folgende Regeln:

  1. 30 Minuten Wartezeit: Mindestens 30 Minuten lang nichts essen und kein Wasser trinken.
  2. Keine harten oder heißen Speisen: In den ersten 4 bis 6 Stunden auf Nüsse, Kaugummi und sehr heiße Getränke verzichten, um den Lackfilm nicht abzulösen.
  3. Putzpause am Behandlungstag: Zähne erst am nächsten Morgen wieder putzen und Zahnseide verwenden.
  4. Keine zusätzlichen Fluoride: Am Behandlungstag keine Fluoridtabletten oder fluoridhaltigen Mundspülungen verwenden.

Faktoren für Fluoridbehandlung Kosten

Die Höhe der fluoridbehandlung kosten richtet sich nach folgenden Faktoren:

  • Verwendetes Präparat: Hochwertige Einzeldosis-Lacke vs. Standard-Gele.
  • Gebissstatus: Milchgebiss, Wechselgebiss oder vollbezahnter Erwachsenenkiefer.
  • Behandlungsintervall: Standardprophylaxe (2-mal jährlich) oder Intensivprotokolle bei hohem Kariesrisiko (3- bis 4-mal jährlich).
  • Kombination: Einbindung in eine professionelle Zahnreinigung (PZR) oder Fissurenversiegelung.

Vergleichstabelle: Fluoridlack vs. Fluoridgel

Parameter

Fluoridlack (5 % NaF)

Fluoridgel / Schaum

Applikationsart

Punktgenau mit Pinsel aufgetragen

Mit flexiblen Silikonträgern eingesetzt

Aushärtung

Härtet sofort bei Speichelkontakt

1 bis 4 Minuten Einwirkzeit

Verschluckungsrisiko

Nahezu null (Sicher für Kleinkinder)

Gering / Mittel (Gel kann austreten)

Haftung am Zahn

Bis zu 24 Stunden Schutzdepot

Wird nach kurzer Zeit abgespült

Altersfreigabe

Ab dem 1. Milchzahn (ab 6 Monaten)

Meist ab 6 Jahren bei kooperativen Kindern

Wirkung bei Sensibilität

Sofortige Schmerzlinderung

Mäßig

Häufig Gestellte Fragen

Ist eine zahnärztliche Fluoridbehandlung giftig oder schädlich?

Nein. Die beim Zahnarzt verwendeten Lacke enthalten kontrollierte Mikrogramm-Mengen, die bei Speichelkontakt sofort aushärten und fest am Zahn haften. Da das Fluorid nicht geschluckt wird, besteht kein Risiko für Fluorose oder Toxizität. Die Behandlung wird von der WHO und zahnärztlichen Fachgesellschaften uneingeschränkt empfohlen.

Macht eine Fluoridbehandlung die Zähne weißer?

Nein. Fluorid ist kein Bleaching-Mittel, sondern ein mineralischer Schutzschild. Einige Naturharzlacke hinterlassen am Behandlungstag einen leichten gelblichen Film, der am nächsten Morgen durch Zähneputzen vollständig verschwindet.

Wie oft sollte die Fluoridbehandlung wiederholt werden?

Bei normalem Kariesrisiko wird eine Anwendung alle 6 Monate im Rahmen der Kontrolluntersuchung empfohlen. Bei hohem Kariesrisiko oder Zahnspangenträgern kann ein Intervall von 3 Monaten ratsam sein.

Ersetzt fluoridhaltige Zahnpasta die Behandlung beim Zahnarzt?

Nein. Zahnpasten enthalten ca. 1.000 bis 1.450 ppm Fluorid für die tägliche Pflege, während der zahnärztliche Lack ca. 22.600 ppm Fluorid aufweist. Die tägliche Zahnpflege und die professionelle Intensivfluoridierung ergänzen sich gegenseitig.

Über den Autor

Kübra Canbaz Aktaş
Kübra Canbaz Aktaş Kübra Canbaz Aktaş, Marmara Üniversitesi Diş Hekimliği Fakültesi’nden mezun olmuştur. Mesleki çalışmalarını, restoratif, endodonti ve protetik diş tedavisi alanlarında multidisipliner şekilde estetik ve fonksiyona önem vererek sürdürmektedir. Alle Beiträge dieses Autors

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