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Richtiges Zähneputzen schützt vor Karies und Parodontitis, indem weiche Borsten im 45-Grad-Winkel nach der Modifizierten Bass-Technik sanft vom Zahnfleisch zum Zahn geführt werden.

Wie putzt man sich richtig die Zähne? Die Bass-Technik und ihre Schritte

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Zweimal tägliches Zähneputzen gilt als Grundpfeiler der Mundgesundheit. Dennoch stellen Zahnärzte bei Routinekontrollen immer wieder fest, dass selbst Patienten mit vermeintlich vorbildlicher Putzdisziplin unter Zahnstein, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis), freiliegenden Zahnhälsen und Putzkerben (Abrasionen) leiden.

Die Ursache liegt selten in der Häufigkeit des Putzens, sondern in der angewandten Technik. Ein falscher Putzwinkel und übermäßiger Druck schrubben Plaque nicht gründlicher ab, sondern verletzen den Zahnfleischsaum und schleifen den schützenden Zahnschmelz wie Schmirgelpapier ab. Um bakteriellen Zahnbelag substanzschonend zu entfernen, ist ein fundiertes Verständnis für richtiges Zähneputzen erforderlich.

Warum ist richtiges Zähneputzen unverzichtbar?

Bakterielle Plaque bildet sich kontinuierlich auf Zahnoberflächen. Wird dieser klebrige Biofilm nicht mechanisch entfernt, mineralisiert er durch Speichelbestandteile innerhalb von 48 Stunden zu Zahnstein, der nur noch professionell in der Praxis entfernt werden kann. Die Frage wie sollte richtiges Zähneputzen sein zielt darauf ab, Beläge im weichen Zustand zu beseitigen:

  • Schützt vor Zahnfleischrückgang und Sensibilität: Horizontales Schrubben verletzt das Saumepithel und legt Zahnhälse frei. Eine sanfte Wischtechnik massiert das Gewebe und fördert die Durchblutung.
  • Verhindert Karies an schwer erreichbaren Stellen: Reinigt den schmalen Zahnfleischsaum (Sulkus) und die Zahnzwischenräume zuverlässig.
  • Stoppt Putzkerben (Zahnabrasion): Kontrollierter Druck verhindert keilförmige Defekte im Schmelz.
  • Beseitigt Mundgeruch: Reduziert Fäulnisbakterien in Nischen und auf dem Zungenrücken.

Die beste Zahnputztechnik: Die Modifizierte Bass-Methode

In der internationalen Zahnmedizin gilt die Modifizierte Bass-Technik als die beste Zahnputztechnik zur wirksamen Plaqueentfernung.

Warum gilt diese Vorgehensweise als ideale richtige Zahnputzmethode?

  1. Der 45-Grad-Winkel: Die Borsten werden im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand angesetzt. Eine Hälfte der Borsten liegt auf dem Zahn, die andere Hälfte sanft am Zahnfleischsaum.
  2. Kleine Rüttelbewegungen (Vibration): Ohne die Borstenspitzen von der Stelle zu bewegen, führt man 10 bis 15 Sekunden lang sanfte, rüttelnde Mikrobewegungen aus. Die Borsten dringen leicht in die Zahnfleischtasche ein und lockern den Biofilm.
  3. Auswischen von Rot nach Weiß: Im Anschluss an das Rütteln werden die Borsten mit einer rollenden Bewegung vom Zahnfleisch zur Zahnkrone geführt (im Oberkiefer von oben nach unten, im Unterkiefer von unten nach oben). Die gelösten Beläge werden abtransportiert.

Schritte für richtiges Zähneputzen: Anleitung

Die Frage wie geht richtiges Zähneputzen gliedert sich in folgende sechs Schritte für richtiges Zähneputzen:

  1. Borsten nicht anfeuchten: Halten Sie die Zahnbürste vorab nicht unter Wasser. Feuchtigkeit schwächt die Borstenelastizität und mindert die mechanische Reinigungskraft. Geben Sie eine erbsengroße Menge fluoridhaltige Zahnpasta auf die trockene Bürste.
  2. Außenflächen reinigen: Beginnen Sie an den Backenzähnen des Oberkiefers. Setzen Sie die Bürste im 45-Grad-Winkel an. Rütteln Sie sanft über zwei Zähnen und wischen Sie nach oben bzw. unten aus. Arbeiten Sie sich systematisch durch alle Außenflächen.
  3. Innenflächen säubern: Reinigen Sie die zur Zunge und zum Gaumen zeigenden Flächen im gleichen 45-Grad-Winkel. An den steilen Innenflächen der Frontzähne stellen Sie die Bürste senkrecht auf und wischen vom Zahnfleisch zum Zahn.
  4. Kauflächen abbürsten: Setzen Sie die Borsten flach auf die Rillen (Fissuren) der Backenzähne. Reinigen Sie die Kauflächen mit kurzen, kontrollierten Vor- und Zurückbewegungen.
  5. Zunge reinigen: Über 80 Prozent der geruchsbildenden Keime siedeln auf dem Zungenrücken. Führen Sie die Bürste oder einen Zungenreiniger von hinten nach vorne über die Zunge.
  6. Spucken statt Spülen: Spucken Sie den Schaum nach zwei Minuten nur aus. Spülen Sie den Mund nicht sofort mit Wasser nach, damit das Fluorid auf den Zähnen verbleibt und den Schmelz remineralisiert.

Häufige Fehler beim Zähneputzen

Vermeiden Sie diese typischen Gewohnheiten:

  • Horizontales Schrubben: Sägende Bewegungen reiben den Zahnschmelz am Zahnhals ab und führen zu Zahnfleischrückgang.
  • Zu hoher Anpressdruck: Ein festes Aufdrücken reinigt nicht besser, sondern knickt die Borsten um. Führen Sie die Bürste locker wie einen Stift.
  • Zu kurze Putzdauer: Viele Menschen putzen nur 30 bis 45 Sekunden. Eine gründliche Reinigung erfordert mindestens 2 Minuten.
  • Sofortiges Putzen nach Säurekonsum: Nach dem Verzehr von Zitrusfrüchten, Wein oder säurehaltigen Getränken ist der Schmelz aufgeweicht. Spülen Sie den Mund mit Wasser aus und warten Sie mindestens 30 Minuten mit dem Putzen.

Putzdauer und Putzhäufigkeit

  • Empfohlene Dauer: Mindestens 2 Minuten putzen. Teilen Sie das Gebiss in vier Abschnitte (oben rechts, oben links, unten rechts, unten links) ein und widmen Sie jedem Bereich 30 Sekunden.
  • Empfohlene Häufigkeit: Putzen Sie zweimal täglich. Das Putzen vor dem Schlafengehen ist besonders wichtig, da der Speichelfluss nachts stark absinkt und Säuren ungehindert auf die Zähne einwirken.

Vergleichstabelle: Bekannte Zahnputztechniken im Überblick

Putztechnik

Borstenposition & Winkel

Bewegungsmuster

Indikation

Modifizierte Bass-Technik

45 Grad zum Zahnfleischrand

Vibrierendes Rütteln + Auswischen

Erwachsene & Parodontitispatienten (Goldstandard)

Stillman-Technik

Borsten teilen sich auf Zahn & Zahnfleisch

Sanfte Vibrationen und Massage

Patienten mit leichtem Zahnfleischrückgang

Charters-Technik

45 Grad zur Kaufläche geneigt

Kurze kreisende Bewegungen

Nach Parodontal-OPs & für feste Zahnspangen

KAI-Methode (Fones)

Senkrecht auf geschlossenen Zähnen

Große kreisende Bewegungen

Kleinkinder mit noch unzureichender Motorik

Horizontales Schrubben

90 Grad flach auf den Zähnen

Schnelles horizontales Hin- und Herschrubben

Kontraindiziert (Verursacht Putzschäden)

Häufig Gestellte Fragen

Mein Zahnfleisch blutet beim Putzen, sollte ich aufhören?

Nein, auf keinen Fall. Zahnfleischbluten ist das Leitsymptom für Plaqueansammlungen und eine bestehende Gingivitis. Wer das Putzen einstellt, verschlimmert die Entzündung. Putzen Sie mit einer weichen Bürste im 45-Grad-Winkel vorsichtig weiter und nutzen Sie Zahnseide; das Bluten stoppt bei konsequenter Pflege nach wenigen Tagen.

Wie putzt man richtig mit einer elektrischen Zahnbürste?

Bei elektrischen Rotations- oder Schallzahnbürsten entfallen eigene Schrubb- oder Wischbewegungen. Halten Sie den Bürstenkopf im 45-Grad-Winkel für 2 bis 3 Sekunden ruhig an jeden einzelnen Zahn und führen Sie das Gerät langsam von Zahn zu Zahn.

Sollte man Zahnseide vor oder nach dem Zähneputzen benutzen?

Studien belegen, dass die Anwendung von Zahnseide vor dem Putzen vorteilhafter ist. Zahnseide lockert Speisereste und Plaque in den Zwischenräumen, sodass die Zahnbürste die gelösten Partikel wegbürsten kann und das Fluorid die Zahnzwischenräume erreicht.

Warum sollte man nach dem Putzen den Mund nicht mit Wasser ausspülen?

Zahnpasten enthalten schützende Fluoride. Wenn Sie direkt nach dem Putzen mit Wasser nachspülen, waschen Sie diese Wirkstoffe wieder aus. Spucken Sie den Schaum nur aus, damit das Fluorid auf der Zahnoberfläche einwirken kann.

Über den Autor

Berat Sabuncu
Berat Sabuncu Merhaba, ben Berat Sabuncu. İstanbul Medipol Üniversitesi Diş Hekimliği Fakültesi’nden mezun oldum. Güncel tedavi yaklaşımlarını yakından takip ederek, hastalarıma güvenli ve konforlu bir tedavi süreci sunmayı önemsiyorum. Alle Beiträge dieses Autors

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